Namibia – eine Reise, die uns bewegt
Windhoek – alles geht schief
10.01.2023
Von Frankfurt aus landen wir in Windhoek, der Hauptstadt Namibias, wo für fast alle Touristen das Abenteuer Namibia beginnt. Wir sind zu fünft unterwegs, nämlich in Begleitung von Bianca, Gela und Ruth. Am Flughafen in Windhoek gibt es erst einmal eine Menge zu organisieren. Geld abheben klappt problemlos, die Ausgabe der SIM-Karten dauert so lange, dass uns die Geduld vergeht – denn wir haben ein viel größeres Problem: Dianes Koffer ist nicht angekommen. Bis das geklärt ist und der Verlust gemeldet wird, vergeht eine ganze Weile. Dieser verlorene Koffer wird uns noch eine Weile beschäftigen.
Vor Ort werden wir dann von Denzel begrüßt, der uns mit ersten Informationen versorgt und zur Autovermietung begleitet. Zumindest die beiden Allradfahrzeuge machen einen sehr guten Eindruck, und so fahren wir zusammen mit Denzel im ungewohnten Linksverkehr zu unserer ersten Unterkunft in Windhoek.
Unsere Reisetruppe
Wie bereits erwähnt, sind wir nicht allein unterwegs, sondern mit Bianca, Gela und Ruth – eine Gruppe, die durch eine zufällige Begegnung in Griechenland entstanden ist. Bianca und Ruth haben wir im Winter 2021 in Griechenland kennengelernt, als wir uns auf deren Nachbarparzelle gestellt haben. Anfangs wurden wir skeptisch beäugt, wer so nahe parkt, doch schnell verstanden wir uns gut. Irgendwann erzählten die beiden von ihrem Plan, eine Wohnmobiltour durch Südafrika zu machen, und Diane erklärte spontan, dass sie mitreisen würde. „Wie, wir kennen uns doch gar nicht?“ – egal. Schon am nächsten Tag wurde der Plan geändert: Aus Südafrika mit dem Wohnmobil wurde eine Reise zu verschiedenen Unterkünften in Namibia und Südafrika. Als fünfte kam dann Gela hinzu, eine Freundin von Bianca und Ruth. Eine etwas verrückte und spontane Idee hat dazu geführt, dass ich mit vier Frauen unterwegs bin. Und im ersten Reisestress bei der Ankunft bin ich mir nicht sicher, was die größte Gefahr dieser Reise sein wird: die wilden Tiere, die Kriminalität in Afrika oder doch die weibliche Reisetruppe.
Joe’s Beerhouse – endlich angekommen
Im Hotel Palmquell sind wir für die erste Nacht eingebucht. Eine einfache Unterkunft, ideal, um sich von der ersten Aufregung zu erholen. Nachdem uns Denzel mit weiteren Informationen zur geplanten Tour versorgt hat, geht es erst einmal in das nächste Einkaufszentrum. Wir kaufen etwas Reiseproviant und eine kleine Erstausstattung für Diane. Wie lange wird es wohl dauern, bis der Koffer auftaucht? Bei etwa 30 Grad schmeckt uns der erste Cocktail auf der Terrasse des Hotels, und dann werden wir auch schon vom Shuttle-Service des berühmten Restaurants Joe’s Beerhouse abgeholt. Das Restaurant ist ein Anlaufpunkt für viele Touristen, denn die Atmosphäre ist großartig – und das Essen ebenso. Es gibt Zebra, Kudu und Krokodil, und für fünf Personen zahlen wir inklusive Getränke und Transportservice nur 130 Euro. Die Erinnerung an dieses Restaurant lässt uns noch immer das Wasser im Mund zusammenlaufen.
Der beste Apfelkuchen in Namibia
11.01.2023
Nun startet der Roadtrip durch Namibia, und zunächst geht es 330 Kilometer in den Süden. Schnell verlassen wir die asphaltierten Straßen und lernen die Schotterpisten kennen. Der Zustand dieser Straßen ist sehr unterschiedlich, je nachdem, wann der Schotter zuletzt geglättet wurde. Doch mit den Allradautos finden wir schnell Spaß am Fahren – und außerdem geht es durch eine wunderschöne Landschaft.
Natürlich darf ein Zwischenstopp in Solitaire nicht fehlen. Zum einen, um zu tanken – den Tank sollte man immer auffüllen, wenn es möglich ist, denn es gibt nur wenige Tankstellen in Namibia. Diese Tankstelle ist aber auch sehenswert gestaltet, und den leckeren Apfelkuchen sollte man sich nicht entgehen lassen.
Desert Camp – das Abenteuer beginnt
Nach insgesamt etwa sieben Stunden Fahrzeit erreichen wir das Desert Camp – und der Name ist hier sehr treffend. Es sind inzwischen 42 Grad in der ältesten Wüste der Erde, der Namib. Unsere Unterkunft besteht aus mehreren kleinen Bungalows und einem erfrischenden Pool, der nach dieser Fahrt und bei den aktuellen Temperaturen sehr willkommen ist. Zum Abendessen geht es in die Soususfly Lodge, wo wir ein köstliches Barbecue mit traumhafter Aussicht auf die weite Landschaft genießen. Ein wunderschöner Tag findet dann mit Blick auf den Sternenhimmel seinen Ausklang. Gerade hier in der Namibwüste kann man den Sternenhimmel ohne große Lichtverschmutzung sehr gut beobachten. Während unseres ersten Tages konnten wir Erdmännchen, Zebras, Webervögel, Springböcke und Oryxe – das Wappentier Namibias – beobachten. Wir sind gespannt auf mehr, und morgen geht es ganz früh weiter.






Düne 45 – Sonnenaufgang in der Namibwüste
12.01.2023
Um 5:30 Uhr beendet der Wecker unseren Schlaf. Kann das noch Urlaub sein? Aber für unser heutiges Ziel ist es einfach sinnvoll, ganz früh zu starten. Ab 6 Uhr kann man in den Soussusvlei-Park hineinfahren, und mit dem Sonnenaufgang fahren wir nun durch diese spannende, 500 Millionen Jahre alte Landschaft, mit den großen Dünen rechts und links der Straße. Am Straßenrand beobachten wir Strauße, Springböcke und Oryxe.
Wir stoppen an der berühmtesten Düne der Welt. Sie liegt 45 Kilometer hinter dem Parkeingang und heißt deswegen „Düne 45“. Die Düne ist etwa 170 Meter hoch und leuchtet intensiv rot-orange aufgrund ihres hohen Eisenoxid-Gehalts. Sie ist eines der bekanntesten Fotomotive Namibias und darf bestiegen werden – was allerdings sehr anstrengend ist, zumindest hinauf. Runter kann man schön durch den weichen Wüstensand rennen.
Deadvlei – wilde Fahrt und schweißtreibende Erlebnisse
Das nächste Ziel ist Deadvlei, und die letzten 5 Kilometer der Strecke führen über weichen Wüstensand. Man kann dazu einen Busshuttle nutzen oder die Allradfähigkeiten des eigenen Autos testen. Wir wagen die wilde Fahrt, denn falls etwas schiefgeht, würden wir hier sehr schnell Hilfe bekommen. Es wird eine sehr lustige und wilde Fahrt – und alles funktioniert gut.
Bis zur berühmten Lehmpfanne ist es nun noch rund ein Kilometer zu Fuß. Das ist durch den weichen Sand recht anstrengend, und inzwischen ist die Temperatur auf 35 Grad angestiegen. In der Lehmpfanne bestaunen wir die toten Bäume, die seit 900 Jahren kein Wasser bekommen haben und inzwischen ebenfalls eines der berühmtesten Fotomotive Namibias sind. Die Wüste ist hier so trocken, dass die Bäume nicht verrotten.
Sesriem Canyon
Der Sesriem Canyon ist nur 4 Kilometer vom Parkeingang entfernt. Auf einer Länge von einem Kilometer geht der Canyon 30 Meter tief hinab – entstanden durch Erosion des Tsauchab-Flusses über Millionen von Jahren. Der Canyon ist leicht zugänglich, doch bei inzwischen über 40 Grad ist alles ziemlich schweißtreibend. Daher freuen wir uns nun auf den Pool und ein weiteres schönes BBQ mit Ausblick.
Fortsetzung folgt in Swakopmund, wo wir erleben, wie die Wüste lebt.
Nützlich für die Reise:
Steckdosenadapter für Namibia
DUMONT Reise-Handbuch Reiseführer Namibia: mit Extra-Reisekarte
MARCO POLO Reiseführer Namibia: Reisen mit Insider-Tipps. Inkl. kostenloser Touren
Taschenbuch Guten Morgen, Namibia!: Eine Farm, eine Schule und unser Weg von der Apartheid zur Unabhängigkeit
Taschenbuch Licht und Schatten in Namibia. Alltag in einem Traumland
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