Elefantenbulle

Gänsehautmoment im Etosha Nationalpark

Gänsehautmoment im Etosha Nationalpark

Himba Dörfer

17.01.2023

Von Uis aus starten wir zu unserem nächsten Etappenziel, kurz vor dem Etosha Nationalpark. Etwa fünf Stunden Fahrzeit liegen vor uns – auf der in Namibia üblichen Schotterpiste. Am Straßenrand passieren wir einige Himba-Dörfer. Wir überlegen kurz, einen Halt einzulegen, denn Besuche sind durchaus üblich, und die Himbas freuen sich über kleine Geschenke oder Geld. Mit ihrer traditionellen Lebensweise haben sie es in Namibia nicht leicht. Doch da wir nicht einschätzen können, ob die Fahrzeit tatsächlich reichen wird, verzichten wir auf einen Stopp.

Manchmal lässt sich die Schotterstraße gut befahren, dann wieder zwingen uns Schlaglöcher und unebene Passagen zum langsamen Vorankommen. Irgendwann haben wir das Gröbste hinter uns und erreichen die asphaltierte Straße – jetzt müssen wir nur noch auf Tiere achten, die unerwartet die Fahrbahn queren.

Am Straßenrand sehen wir seltsame Hügel – es sind riesige Termitenbauten, die je nach Bodenbeschaffenheit ganz unterschiedlich geformt sind. Termiten und Ameisen leisten einen wichtigen Beitrag für das Ökosystem, denn ihre unterirdische Tätigkeit verbessert die Bodenqualität und schafft so Lebensraum für Pflanzen.

Termitenhügel
Weg Namibia

Etosha Safari Lodge – der Traum von Afrika

Wir erreichen die Etosha Safari Lodge, die wunderschön kurz vor dem Eingang des Nationalparks liegt. Das Haupthaus mit Rezeption und Restaurant ist großzügig gestaltet. Von der Terrasse aus hat man einen weiten Blick über die Landschaft – mit etwas Glück lassen sich sogar Tiere an Wasserlöchern beobachten. Auch der Pool bietet eine herrliche Aussicht.

Die Bungalows sind großzügig über das Gelände verteilt und liebevoll eingerichtet. Nach unserer eher einfachen Unterkunft in Uis fühlen wir uns hier sofort wohl.

Etosha Lodge
Zimmer Etosha Lodge
Ausblick Namibia Lodge

Der erste Besuch im Etosha-Nationalpark

Nur zehn Kilometer von der Lodge entfernt liegt das Tor zum Etosha-Nationalpark. Dieser wurde 1907 unter deutscher Kolonialherrschaft gegründet und zählt zu den ältesten Schutzgebieten Afrikas. Einst war er rund 100.000 km² groß und damit einer der größten Parks weltweit – heute umfasst er etwa 22.270 km², was in etwa der Fläche von Hessen entspricht. Benannt ist der Park nach der Etosha-Pfanne, einer riesigen, ausgetrockneten Salzpfanne, die rund ein Viertel des Parks einnimmt und sogar aus dem All sichtbar ist.

Gleich nach dem Eingang begegnet uns eine Giraffe, die gemächlich an der Straße entlang läuft. Unser erstes Ziel ist ein Wasserloch – gute Orte für Tierbeobachtungen. Doch in der Regenzeit sind sie für die Tiere weniger wichtig, da überall Wasser verfügbar ist.

Trotzdem sehen wir auf der Weiterfahrt Oryx-Antilopen und viele Springböcke. Dann setzt starker Regen ein, der die Sicht behindert und die Straßen in rutschige Pisten verwandelt. Auch die Tiere ziehen sich zurück. Pünktlich zum Abendessen erreichen wir die Lodge – ein üppiges Buffet wartet auf uns. Auf dem Rückweg zum Bungalow sorgt noch eine große Spinne für Aufregung. Später erfahren wir, dass gerade die großen Spinnen meist harmlos sind – es sind die kleinen, die gefährlich werden können.

Wasserloch Etosha
Buffet Etosha Lodge

Ein schlechtes Ende

18.01.2023

Früh am Morgen steigen wir in den Jeep zu einer geführten Safari. Unser Guide heißt John – später auf der Reise wird es noch einen weiteren „John“ geben, den wir den „guten John“ nennen. Diesen hier nennen wir daher augenzwinkernd den „schlechten John“.

John verspricht uns, vier der Big Five zu sehen. Die „Big Five“ sind die fünf Tiere, die früher als besonders gefährlich und schwer zu jagen galten – heute gelten sie als Highlight jeder Safari:

Löwe, Leopard, Elefant, Nashorn und Büffel.
Im Etosha-Nationalpark kann man bis auf den Leoparden alle antreffen.

Gleich zu Beginn der Tour treffen wir auf zwei Löwen, die gerade ein Zebra gefressen haben. Sie liegen nun satt und träge unter einem Baum, die Reste der Beute gut versteckt. Eine Hyäne nähert sich – beeindruckend groß – doch da sie allein ist, zieht sie sich angesichts der Löwen schnell zurück. Im Rudel hätten Hyänen allerdings die Oberhand.

Im weiteren Verlauf sehen wir viele Zebras, Gnus, Perlhühner und Springböcke – doch keine weiteren Tiere der Big Five.

Die Etosha-Pfanne beeindruckt uns sehr: Eine riesige, ausgetrocknete Salzfläche, etwa 120 km lang und bis zu 50 km breit. Sie entstand vor Millionen Jahren, als ein großer See austrocknete. Heute füllt sie sich nur selten mit Wasser, erscheint meist als surreale, mondähnliche Landschaft.

Als wir am weitesten von der Lodge entfernt sind, zieht ein heftiger Regen auf. Unser Jeep bietet keinen Schutz – wir werden völlig durchnässt und frieren. Die Rückfahrt ist mühsam, aber für die Natur ein Segen: Wenn die Etosha-Pfanne Wasser führt, lockt sie unzählige Zugvögel, darunter große Schwärme Flamingos.

Gänsehaut pur

19.01.2023

Heute fahren wir weiter zum Onguma Bush Camp – der Weg dorthin führt durch den Etosha-Nationalpark. Vor dem Parkeingang übergeben wir unseren restlichen Proviant einem Himba-Stamm, und werden mit glücklichen Gesichtern belohnt.

Wenig später entdecken wir wieder die beiden Löwen von gestern – noch immer bei ihrer Zebrabeute. Die Straßen stehen teilweise unter Wasser, die Fahrt ist langsam, aber wir haben Glück: Im Gebüsch erscheint ein Nashorn. Ein seltener und kostbarer Moment! Nashörner sind vom Aussterben bedroht, weil ihr Horn teurer als Gold gehandelt wird.

Doch der Höhepunkt des Tages steht noch bevor: Aus der Ferne erkennen wir eine große Gestalt, die sich auf der Straße nähert. Vorsichtig bleiben wir stehen. Dann wird klar – es ist ein riesiger, alter Elefantenbulle. Gemächlich zieht er direkt an uns vorbei. Unsere Autos wirken winzig neben ihm. Wir sind tief bewegt – Gänsehaut pur. Diese Begegnung wird uns noch lange in Erinnerung bleiben.

Am Ende war unsere eigene Fahrt durch den Park weitaus eindrucksvoller als die geführte Safari am Tag zuvor. Und: Auf dem Weg zur Onguma Busch Lodge wartet noch eine weitere unvergessliche Begegnung…

Elefantenbulle
Zebra

Nützlich für die Reise:

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DUMONT Reise-Handbuch Reiseführer Namibia: mit Extra-Reisekarte
MARCO POLO Reiseführer Namibia: Reisen mit Insider-Tipps. Inkl. kostenloser Touren
Taschenbuch Guten Morgen, Namibia!: Eine Farm, eine Schule und unser Weg von der Apartheid zur Unabhängigkeit
Taschenbuch Licht und Schatten in Namibia. Alltag in einem Traumland

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