Sicherheit im Wohnmobil
Was sollte man bedenken?
Wenn wir von Ausflügen oder Fahrradtouren zu unserer Ella zurückkommen, sind wir immer froh, wenn alles unversehrt ist. Doch welche Gefahren drohen, und wie kann man sich am besten schützen? Wir haben uns Gedanken gemacht, wie man mit kleinem Aufwand die Sicherheit verbessern kann.
Wir wollen hiermit keine Angst verbreiten, denn obwohl wir inzwischen viele Länder bereist haben, ist uns bisher noch nichts passiert. Doch unser Motto hier ist: Auf das Beste hoffen und auf das Schlechteste vorbereitet sein.
- Trickdiebstahl
- Einbruch in der Nacht
- Einbruch ins verlassene Fahrzeug
Fahrzeugdiebstahl
Spiegeltrick und Co.
Der Spiegeltrick kommt besonders in Italien, Spanien, Frankreich oder auch Kroatien vor – häufig auf Autobahnen oder gut befahrenen Landstraßen, nahe Grenzregionen oder Touristenstrecken.
So läuft der Spiegeltrick auf der Autobahn ab:
Ein Auto fährt dicht an dir vorbei oder schert knapp vor dir ein. Der Fahrer tut so, als hättest du seinen Außenspiegel beschädigt, z. B. beim Überholen oder beim Fahrbahnwechsel. Anschließend überholt dich der Fahrer wieder, winkt dich heraus oder deutet dir zu stoppen.
Manchmal fahren sie mit Warnblinker, um einen „Unfall“ glaubhaft zu machen. Auf dem Seitenstreifen beginnt das „Theater“: Der Fahrer zeigt dir seinen bereits beschädigten Spiegel. Er behauptet, du hättest ihn beim Vorbeifahren touchiert. Oft ist ein angeblicher Zeuge (Beifahrer) dabei, der die Geschichte bestätigt. Das Ziel der Betrüger ist es, entweder direkt Bargeld für den Schaden zu bekommen oder – noch gefährlicher – während der eine ablenkt, schleicht sich der Beifahrer ins Fahrzeug, um zu stehlen.
Diese und viele weitere Ablenkungsmanöver werden erdacht, um die Insassen eines Wohnmobils abzulenken und dann ins Fahrzeug zu gelangen. In einem Wohnmobil gibt es fast immer etwas zu holen.
Falls man in eine solche Situation gerät, ist es sehr hilfreich, die Kamera des Handys zu nutzen und die Situation zu filmen. Meistens verschwinden die Betrüger sofort. Ansonsten sollte man sich auf keine Diskussion einlassen und das eigene Fahrzeug nicht verlassen. Auch ein Anruf bei der Polizei ist hier die richtige Methode, um die Betrüger zu vertreiben.
Bei plötzlichen Ereignissen oder Ablenkungen sollte man auf jeden Fall sehr wachsam sein.
Manchmal wird z. B. auf kaputte Reifen hingewiesen oder behauptet, dass Tierbabys unter dem Auto seien.
Tipp: Fake-Handtasche (Honeypot)
Wir haben in unserem Fahrzeug eine alte Handtasche, in der wir ein altes Portemonnaie, ein altes Handy und ein paar weitere Kleinigkeiten aufbewahren. Auch im Handschuhfach liegt ein altes Handy. Die Hoffnung ist, dass der Dieb die nutzlosen Dinge mitnimmt und damit zufrieden den Diebstahl beendet.
Supermärkte
Auch Supermärkte sind ein Ort, an dem sich Betrüger gerne aufhalten. Daher bleibt bei uns immer einer im Fahrzeug während des Einkaufs. Einige Trickdiebe deponieren eine Plastikflasche unter dem Reifen des parkenden Wohnmobils. Diese macht beim Losfahren ein lautes Geräusch und soll die Insassen dazu bringen, das Fahrzeug zu verlassen.
Einbruch in der Nacht – der Spanngurt
Ein simpler Trick ist es, einen Spanngurt oder eine Kette zu nutzen, um die Fahrer- und Beifahrertür miteinander zu verbinden, damit ein Dieb hier nicht eindringen kann. Das Eindringen über die Fahrertür ist für Diebe die einfachste und schnellste Möglichkeit, ins Fahrzeug zu gelangen. Beim Fiat Ducato kann man mit einem Schraubenzieher ganz einfach die Fahrzeugverriegelung öffnen. Dies ist mit einem sogenannten Prickstopp einfach zu verhindern und eine der einfachsten, aber sehr sinnvollen Ergänzungen.
Statt eines Spanngurts nutzen einige auch den Anschnallgurt, um die Tür zu sichern. Diese Methode hat allerdings den Nachteil, dass man den Gurt jedes Mal neu spannen muss – was unterwegs leicht vergessen wird. Außerdem kann man nicht mehr schnell losfahren, falls man flüchten muss.
Wir nutzen ein Gurtsystem von CamperProtect. Es ist leicht am vorhandenen Gurtsystem zu installieren und kann auch während der Fahrt verbleiben. Dieses System sichert Fahrer- und Beifahrertür und ist auch für die Schiebetür des Kastenwagens erhältlich – diese nutzen wir dann nachts ebenfalls. Auch für die Hecktür lässt sich eine innere Sicherung installieren.
Allerdings solltet ihr bedenken, dass ihr euch selbst aussperren könnt. Sollte die Batterie der Zentralverriegelung ausfallen, würde man normalerweise über die Fahrertür hineinkommen – was mit dem Gurt nicht mehr möglich ist.
Die Gurte verhindern auch, dass man das Fahrzeug sofort verlassen kann. Wir haben bewusst geübt, die Sicherung zu öffnen – auch im Dunkeln. Im Notfall, z. B. durch Feuer, zählt jede Sekunde.
Uns ist diese zusätzliche Sicherheit die Nachteile wert. Wenn wir freistehen, richten wir unser Fahrzeug so aus, dass wir auch nachts jederzeit losfahren können – und das funktioniert mit den Gurten von CamperProtect sehr gut.
Licht mit Bewegungsmelder
Im Fahrzeug haben wir ein Licht mit Bewegungsmelder installiert. Das ist bequem, wenn man nachts zur Toilette geht. Es könnte aber auch einen Dieb erschrecken oder uns aufmerksam machen. Diese Lampen sind magnetisch und lassen sich auch außen am Fahrzeug anbringen, z. B. zur Sicherung der Fahrräder. Sie sind allerdings nicht wetterfest – also am besten in eine Tüte packen.
Einbruch ins verlassene Fahrzeug
Wenn wir unsere Ella zurücklassen, können wir den Gurt für die Schiebetür nicht nutzen. Daher verwenden wir ein Diskusschloss, das wir zusätzlich anbringen. Es signalisiert dem Dieb, dass weitere Sicherungen vorhanden sind, und behindert auch den Fluchtweg, wenn jemand über ein Fenster eindringt.
Natürlich ist uns bewusst, dass wir mit unseren Sicherungen einen Einbruch oder Diebstahl nicht komplett verhindern können – aber wir können es den Dieben erschweren und dadurch vielleicht uninteressant als Ziel erscheinen.
Versicherung
Falls doch einmal etwas passiert, sind wir versichert. Die Teilkasko greift beim Diebstahl des Fahrzeugs und des Fahrzeugzubehörs, die Vollkasko auch bei Vandalismus. Ähnlich wie bei der Hausratversicherung gibt es auch eine Inhaltsversicherung für die vielen Kleinigkeiten im Fahrzeug – denn da sammelt sich einiges an. Auch E-Bikes haben ihren Wert. Der Versicherungsschutz sollte geprüft werden. Manchmal sind Fahrräder über die Hausratversicherung gedeckt – hier sollte man prüfen, ob die Deckung ausreicht oder ob eine spezielle Fahrradversicherung sinnvoll ist.
Dokumente und Schlüssel
Unsere Reisen sind teilweise sehr lang, und daher ist es uns wichtig, dass ein Diebstahl nicht zum Reiseabbruch führt. Alle wichtigen Dokumente haben wir eingescannt und online verfügbar – auch die Registrierung der Fahrräder und Kaufverträge. Ersatzschlüssel haben wir im Fahrzeug versteckt, falls ein Schlüssel verloren geht oder abbricht. Auch eine EC-Karte für den Notfall ist gut versteckt deponiert.
Diebstahlsichere Tasche
Wenn wir das Fahrzeug verlassen, nehmen wir wichtige Sachen natürlich mit. Dafür gibt es spezielle Taschen, die einen Diebstahl erschweren. Das ist immer dort sinnvoll, wo viele Touristen unterwegs sind – denn auch dort halten sich viele Diebe auf.
Hunde
Wer einen Hund dabei hat, hat meist ein wenig mehr Sicherheit – je nach Hund. Wir selbst haben keinen, aber wir haben immer einen Napf dabei, um streunende Hunde oder Katzen füttern oder ihnen Wasser geben zu können. Mit Napf und Leine (möglichst groß) lässt sich ein Hund an Bord vortäuschen.Zusätzlich haben wir eine Alarmanlage mit Hundegebell im Einsatz. Sie reagiert mit Ultraschall auf Bewegungen und gibt dann lautes Bellen von sich – sehr abschreckend.
Die wichtigste Regel
Wenn wir an einen Ort kommen und einer von uns hat ein schlechtes Gefühl, gibt es keine Diskussion: Wir suchen einen anderen Platz. Da riskieren wir nichts. Ansonsten achten wir auf aktuelle Bewertungen in Camper-Apps oder bei Google Maps. Wenn wir Städte besichtigen, suchen wir immer einen sicheren Platz – gerne auch außerhalb, von wo aus wir mit dem Fahrrad in die Stadt fahren.
Fahrzeugdiebstahl
Das schlimmste Szenario ist wohl der komplette Diebstahl des Fahrzeugs. Wohnmobile haben inzwischen hohe Werte, und es gibt organisierte Banden. Es gibt umfangreiche Alarmanlagen, die beim Eindringen einen Alarm auslösen und teilweise das Starten verhindern. Einige installieren selbst Vorrichtungen, um das Starten zu verhindern – Radkralle, Lenkradkralle, Gangschaltsperre, Unterbrechung der Batterie oder der Kraftstoffzufuhr.
Allerdings können all diese Sicherungen überwunden werden. Ein Diebstahl passiert meist nicht spontan, sondern ist vorbereitet. Auch das Verladen des Wohnmobils auf einen Trailer oder LKW ist möglich – und geht sehr schnell, wie man bei Abschleppdiensten sehen kann.
Ein akustischer Alarm schreckt kaum noch ab – viele halten ihn für einen Fehlalarm, niemand reagiert mehr.
Einige Alarmanlagen bieten GPS-Überwachung – das finden wir sehr sinnvoll. Wir haben einen GPS-Tracker installiert. Auch Smart Tags sind eine gute Möglichkeit, den Standort von Wohnmobil oder Fahrrädern zu verfolgen – wobei Diebe diese mit einem Jammer stören können.
Mythos Gasüberfall
Die Geschichten von Gasüberfällen kursieren seit vielen Jahren. Es wird argumentiert, dass eine genaue Dosierung kaum möglich sei – was Erwachsene betäubt, könnte für Kinder oder Tiere tödlich sein. Es gibt keinen einzigen polizeilich dokumentierten Fall – und keine Todesfälle. Narkosegas ist zudem teuer und macht für Diebe keinen Sinn.
Viele Kommentare zu unserem Video berichten aber dennoch von Erlebnissen mit Gasüberfällen – nicht alle erfinden das. Auch bei Lkw-Fahrern soll es zu solchen Vorfällen kommen. Es bleibt ein Mythos. Der ADAC kennt keinen dokumentierten Fall, hatte aber früher oft Meldungen – heute kaum noch.
Wir sind weiterhin unschlüssig – inzwischen kommen wohl eher K.-o.-Tropfen zum Einsatz.
Wie wir unsere Fahrräder sichern und welchen Fahrradträger wir nutzen, erfahrt ihr hier.
Linkliste
Camperprotect Fahrer- und Beifahrertür
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