Toskana erleben Wohnmobil

Die Toskana im Herbst genussvoll erleben

Nach unserem schönen Aufenthalt an der ligurischen Küste geht es hinein in die Toskana. Wir freuen uns auf die malerische Landschaft, die schönen Städte und das italienische Essen. Unser erstes Ziel ist die Stadt Lucca.

Auf dem Weg nach Lucca kommen wir an Carrara vorbei, wo der berühmteste Marmor der Welt abgebaut wird. Schon Michelangelo nutzte ihn für seine Skulpturen. Der Blick in die Berge lässt einen zunächst an Schnee denken, doch es sind die großen Flächen, in denen der Marmor abgebaut wird.

Lucca ist sehr bekannt für seine vollständig erhaltene Stadtmauer. In guter Nähe zur Stadt gibt es einen Stellplatz für Wohnmobile. Dieser kostet unter der Woche 10 Euro und am Wochenende 14 Euro pro Tag. Der Platz verfügt über eine Entsorgungsstation und bietet Raum für etwa 50 Fahrzeuge – ideal gelegen. In die Stadt sind es etwa 15 Minuten zu Fuß, doch mit den Scootern geht es deutlich schneller. Heute wollen wir damit einmal die Stadtmauer umrunden.

Die Stadtmauer wurde zwischen dem 16. und 17. Jahrhundert errichtet. Sie ist etwa 4,2 Kilometer lang und umschließt die gesamte Altstadt vollständig. Die Stadtmauer ist das Wahrzeichen Luccas – beliebt bei Einheimischen und Touristen zum Spazieren, Radfahren oder Feiern – und bietet dabei schöne Ausblicke auf die Stadt.

Nun aber hinein in die beliebte Stadt!

Die Altstadt von Lucca ist ein faszinierendes Labyrinth aus engen Gassen, eleganten Plätzen und gut erhaltenen mittelalterlichen Gebäuden. Hier finden sich zahlreiche Palazzi, kleine Handwerksläden und Cafés, die Lucca ihren charmanten, lebendigen Charakter verleihen. So viele lebenslustige Plätze prägen Lucca – und auch der Komponist Puccini, der 1858 hier geboren wurde und als einer der bedeutendsten Opernkomponisten Italiens gilt, hat der Stadt ihren kulturellen Glanz verliehen.

Besonders eindrucksvoll ist die Piazza dell’Anfiteatro, die auf den Ruinen eines römischen Amphitheaters erbaut wurde und ihre ovale Form bis heute bewahrt hat. Auch hier laden die vielen Restaurants dazu ein, es sich gemütlich zu machen. Lucca war im Mittelalter eine reiche Handelsstadt, und die Altstadt beeindruckt noch heute mit ihren schönen Gassen, den romanischen Kirchen und den mittelalterlichen Türmen.

Stadtmauer Lucca
Lucca lebendig
Lucca Apero

Pisa - lohnt sich das?

Nicht weit von Lucca entfernt wartet Pisa auf uns – die Stadt, die weltbekannt ist für ihren schiefen Turm. Aber lohnt sich das überhaupt? Man kennt ihn doch schon von unzähligen Fotos. Wir fahren einfach mal hin – und siehe da, auch Pisa bietet einen guten Stellplatz, der bewacht ist und alles hat, was man braucht. 18 Euro für 24 Stunden ist ein fairer Preis, und gegen Gebühr kann man sogar Strom bekommen.

Der Weg in die Stadt ist gut zu Fuß machbar und führt vorbei am Aquädukt, das im 17. Jahrhundert unter der Herrschaft der Medici erbaut wurde. Es ist etwa sechs Kilometer lang und besteht aus über 900 Backsteinbögen, die sich eindrucksvoll durch die Landschaft bis in die Nähe der Stadtmauern von Pisa ziehen.

Pisa ist weltweit bekannt für den Schiefen Turm und daher ein beliebtes Reiseziel – zugleich aber auch eine lebendige Stadt mit einer renommierten Universität.

Der Schiefe Turm

Und auch wenn jeder diesen Turm schon kennt, ist es doch beeindruckend, ihn einmal mit eigenen Augen zu sehen. Natürlich muss dieser Moment mit einem Foto festgehalten werden! Rund um den Turm ist viel los, und viele Besucher versuchen sich an den klassischen Fotoposen, bei denen sie den Turm scheinbar stützen – was mittlerweile gar nicht mehr nötig ist. In den 1990er- und 2000er-Jahren wurden umfangreiche Stabilisierungsmaßnahmen durchgeführt. Dadurch wurde die Neigung leicht reduziert, und Experten gehen davon aus, dass der Turm nun für mindestens 200 Jahre sicher stehen bleibt.

Man kann den Turm auch besteigen – ein aufregendes Erlebnis wegen der schrägen Lage und mit einer großartigen Aussicht als Belohnung. Doch die Schlange ist uns heute einfach zu lang.

Der Piazza dei Miracoli („Platz der Wunder“) hat jedoch noch viel mehr zu bieten:
Der Dom, eine prächtige romanische Kathedrale aus weißem und grauem Marmor, und das Baptisterium, ein runder Marmorbau mit beeindruckender Kuppel, das für seine hervorragende Akustik bekannt ist. Um sich all das in Ruhe anzusehen, sollte man etwas mehr Zeit einplanen – am besten mit einem Kombiticket.

Natürlich fehlen auch die typischen Souvenirläden nicht – und dazu gibt es viele gemütliche Restaurants mit einem verführerischen Angebot.

Pisa der schiefe Turm
Medici Skluptur
Pisa Fluß
Essen Pisa

Toskana erleben

Mit der Toskana verbindet man die weite Landschaft mit ihren sanft geschwungenen Hügeln, den Alleen aus Zypressen und den vielen schicken Villen. Genau das erleben wir auf unserem Weg zum nächsten Ziel.

Wir fahren zu einem Weingut (Terre de’ Pepi Winery – Azienda Agricola Bio), das kurz vor Volterra liegt. Das noch relativ junge Gut produziert Bioweine, die hier jeden Abend um 18:30 Uhr verkostet werden können. Dazu gibt es meist etwas Käse und Wurst – und auch das hauseigene Olivenöl darf probiert werden.

Heute läuft das für uns allerdings etwas anders, denn hier wird gerade Geburtstag gefeiert – und so erleben wir eine ganz improvisierte Weinprobe. Die Weine haben uns sehr gut gefallen, und auch das Olivenöl ist eine absolute Empfehlung!

Für eine Nacht darf man auf dem Weingut übernachten und dabei die wundervolle Aussicht genießen. Wir machen es uns gemütlich, freuen uns einmal mehr über unseren neuen Außentisch von Adventure Van und erleben einen großartigen Sonnenuntergang.

Stellplatz Volterra
WEIN VOLTERRA
Sonnenuntergang Volterra
Sekt Außentisch

Volterra

Heute geht es hinauf in die Stadt, und dabei müssen die Scooter ein paar Höhenmeter bewältigen. Das machen sie ohne Probleme, und bisher sind wir rundum zufrieden mit dem Fahren in Italien.

Schon die Etrusker schätzten Volterra als wichtige Siedlung – das belegen zahlreiche archäologische Funde. Der Name der Toskana erinnert an dieses antike Volk, das die Kultur der Region nachhaltig prägte. Neben ihrer historischen Bedeutung ist Volterra besonders bekannt für den Abbau und die Verarbeitung von Alabaster. Kleine Kunstwerke aus diesem feinen Gestein kann man hier überall entdecken – und natürlich auch kaufen.

Im Mittelalter besaßen viele reiche Familien eigene Wohntürme, die sowohl Statussymbol als auch Verteidigungsanlage waren. Früher soll es über 30 Türme gegeben haben. Die erhaltenen Türme prägen bis heute das malerische Stadtbild.

Das Etruskische Museum zeigt über 6.000 Exponate – darunter Urnen, Grabbeigaben, Skulpturen, Schmuck und Alltagsgegenstände aus der etruskischen Zeit – und ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Ebenso lohnenswert ist der kurze Weg zum alten Stadttor, der Porta all’Arco. Sie gilt als eines der bedeutendsten Wahrzeichen der Stadt. Das Tor stammt aus der etruskischen Zeit (6.–4. Jahrhundert v. Chr.) und ist damit eines der ältesten noch erhaltenen Stadttore der Toskana.

Spannend, durch eine Stadt zu gehen, in der man die Geschichte förmlich spüren kann. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist das Römische Theater von Volterra aus dem 1. Jahrhundert v. Chr. Die Reste des Theaters wurden in den 1950er-Jahren systematisch freigelegt, nachdem sie lange Zeit unter Erde und modernen Gebäuden verborgen waren. Damals bot das Theater Platz für tausende Zuschauer.

Volterra
Stadttor Volterra

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