Der schönste Ort in der Toskana
1.10.2025
Nach unserem wunderschönen Aufenthalt in Volterra geht es weiter durch die malerische Toskana – und wer hätte gedacht, dass unsere bisherigen Erlebnisse noch übertroffen werden könnten.
Unsere erste Station ist San Gimignano, das „Manhattan der Toskana“. Die Fahrt von Volterra nach San Gimignano dauert etwa 30 bis 40 Minuten (rund 30 km) und führt durch die typische toskanische Hügellandschaft.
Etwa zwei Kilometer von der Altstadt entfernt gibt es einen günstigen Stellplatz auf recht staubigem Schotter. Hier kosten 24 Stunden elf Euro, es kann aber auch stundenweise abgerechnet werden – ein Euro pro Stunde. Kein besonders schöner Stellplatz, aber für uns gerade ideal. Vom Stellplatz fährt ein Bus in den Ort; auch zu Fuß ist es ein schöner Weg, doch mit unseren Scootern geht es einfach am schnellsten.
Wie schon in Lucca, Pisa und Volterra ist auch hier eine Menge los. Die Toskana ist im Oktober ein beliebtes Reiseziel – und das zu Recht. San Gimignano ist berühmt für seine mittelalterlichen Türme, von denen heute noch 14 erhalten sind. Die Stadt wird oft als „mittelalterliches Manhattan“ bezeichnet, wegen ihrer markanten Skyline. Seit 1990 gehört San Gimignano zum UNESCO-Weltkulturerbe – aufgrund seiner außergewöhnlich gut erhaltenen Altstadt. Früher gab es hier insgesamt 72 Türme, die von wohlhabenden Familien als Statussymbole und Verteidigungsbauten errichtet wurden.
Ein absolutes Highlight ist das beste Eis der Welt – zumindest wird es so genannt. Ist so eine Behauptung nicht übertrieben? Die Schlange vor dem berühmten Eisladen ist erschreckend lang und verdirbt einem zunächst fast die Lust, sich anzustellen. Wir tun es trotzdem – und es geht dann doch überraschend schnell voran. Viele fleißige Hände füllen hier einen Eisbecher nach dem anderen.
Wir zahlen jeweils fünf Euro für drei Kugeln Eis und sind restlos begeistert von diesem Geschmack. Allein für dieses Eis werden wir sicher wieder hierherkommen. Man muss es einfach probiert haben!
Stellplatz Monteriggioni
Der Stellplatz in San Gimignano war uns dann doch zu staubig. In der Nähe gibt es jedoch einen richtig schönen Platz – und so fahren wir weiter nach Monteriggioni.
Monteriggioni wurde im 13. Jahrhundert von den Sienesern als Wehranlage gegen Florenz erbaut. Die rundum erhaltene Stadtmauer mit ihren 14 Türmen macht den Ort zu einem der am besten bewahrten mittelalterlichen Dörfer Italiens. Es sieht wirklich eindrucksvoll aus, und der Stellplatz liegt nur einen kurzen Fußweg entfernt.
Der Platz kostet 16 Euro pro Nacht und bietet schöne Stellflächen mit Aussicht. Strom ist inklusive, ebenso die Ver- und Entsorgung. Es gibt sogar einen Abwaschplatz und – gegen Gebühr – auch Duschen. Ein wirklich empfehlenswerter Platz!
Nach so vielen Städten in den letzten Tagen verzichten wir diesmal darauf, das Innere der Burg zu erkunden. Dafür haben wir einen schönen Camper-Kontakt mit Johannes und seinem Dackel Max und bekommen einige gute Tipps für unsere Weiterreise durch Italien. Einer seiner Tipps folgt hier noch.
Bagno Vignoni - die heißen Quellen
Als nächstes Ziel haben wir Siena ins Auge gefasst. Wir versuchen, einen Stellplatz in Stadtnähe zu bekommen, doch dieser ist voll und von zahlreichen Reisebussen belegt. Siena an einem Sonntag – das konnte wohl kaum funktionieren. Also geht es weiter zum nächsten Ziel: Bagno Vignoni. Hier soll es eine warme Quelle geben.
Mit dem Wohnmobil ist es allerdings gar nicht so einfach, einen Parkplatz zu finden. Wir stellen uns zunächst trotzdem irgendwo hin und sehen uns den Ort an. Die Quelle befindet sich oben im Ort, aber die Badebecken liegen weiter unten – und dort entdecken wir auch einen Kastenwagen stehen. Also fahren wir kurzerhand hinunter. Der Weg ist ziemlich holprig und steil, doch da es keine Verbotsschilder gibt, wagen wir es. Der versteckte Parkplatz liegt direkt bei den Badebecken.
So richtig warm ist das Wasser leider nicht – eher erfrischend. Man sieht jedoch deutlich, dass es schwefelhaltig ist, und man riecht es auch ein wenig. Trotzdem ist es ein wunderschöner Flecken Natur, ganz ruhig und besonders.
Für zwei ruhige Nächte fahren wir anschließend ein kleines Stück weiter. Der Stellplatz liegt direkt vor einem kleinen Sportplatz, ist kostenlos und bietet sogar Ver- und Entsorgungsmöglichkeiten sowie eine hübsche Aussicht. Etwas seltsam ist nur, dass sich die Italiener tatsächlich um Mitternacht zu einem Fußballspiel treffen!
Podere Cancelli - ein toller Tipp
Diesen Platz hat uns Johannes empfohlen. Für ihn ist es der Ort in der Toskana, an den er sich am liebsten erinnert. Die Anfahrt ist zwar etwas speziell, aber im Grunde für jeden mit etwas Geduld machbar. Nach rund 2,5 abenteuerlichen Kilometern gelangt man zu einem kleinen Paradies, das Diana und Andreas hier mit viel Liebe langsam erschaffen. Podere Cancelli.
Die Aussicht ist in alle Richtungen großartig, und alles ist mit viel Charme hergerichtet – ein Platz zum Wohlfühlen und Entspannen. Highlights sind die Abwaschstation mit Panoramablick, das Duschhaus aus Natursteinen und – für viele sicher eine kleine Herausforderung – das spanische Hockklo.
Dazu sind reichlich Bengalkatzen unterwegs, die von den beiden gezüchtet werden, und auch Pferdefreunde kommen hier auf ihre Kosten. Wir haben diesen Platz sehr genossen. Für die Übernachtung haben wir 39 Euro bezahlt, dazu 4 Euro Kurbeitrag. Wir können diesen Platz wärmstens empfehlen – beachtet jedoch unbedingt die Hinweise auf der Homepage von Diana und Andreas, denn eine Reservierung ist hier zwingend notwendig.
Ein weiteres Highlight der Toskana ist der berühmte Zypressenring, quasi das Fotomotiv der Region. Er liegt in Sichtweite unseres Stellplatzes, und natürlich sind wir auch dorthin gewandert, um ein paar schöne Aufnahmen zu machen. Auch die Schlussszenen des Films Gladiator wurden in dieser Gegend gedreht – und auch uns sind ein paar epische Aufnahmen gelungen.
in paar Einkauftipps:
Kochbuch Parma
große Schlemmerpfanne
Induktionskochfeld
großer Campingtisch
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