28.10.2025
Bevor wir Sperlonga erreichen liegen ein paar ausgelaugte Tage. Die Akkus sind einfach leer. Die Tage in Rom waren beeindruckend, aber der Straßenlärm, die vielen Menschen und die unzähligen Eindrücke haben uns erschöpft. Außerdem haben wir unzählige Kilometer durch Rom zurückgelegt. Jetzt suchen wir einfach einen ruhigen Platz, um auszuruhen und wieder Energie zu tanken. Das ist allerdings nicht ganz so einfach wie gedacht. Doch am Ende landen wir an einem Ort, der euch sicher ebenfalls begeistern wird.
Zuerst haben wir einen Stellplatz bei Anagni ausgewählt. Ein kostenloser Platz mit Ver- und Entsorgung sowie einem kleinen Ort in der Nähe, in dem es Restaurants und Geschäfte gibt – falls man etwas braucht. Zudem hat Anagni als ehemalige Papststadt einige spannende Geschichten zu erzählen. Beim Blick über den Stellplatz fällt uns jedoch ein Schild auf, das uns deutlich macht, dass hier aus irgendeinem Grund bald gesperrt wird und wir daher nur eine Nacht bleiben können.
Nach einer ruhigen Nacht geht es also weiter zum nächsten Ort – und wir hoffen auf etwas mehr Glück. Wir finden tatsächlich einen weiteren kostenlosen Stellplatz mit Ver- und Entsorgung, der sogar kostenlosen Strom bietet. Eine feine Sache, auch wenn wir über den Ort Castro dei Volsci ansonsten nicht allzu viel sagen können. Es gibt eine geprüfte Wasserzapfstelle, die auch von den Einheimischen viel genutzt wird, und natürlich einige Restaurants. Uns ging es hier aber ohnehin mehr um Ruhe und ein wenig Alltag.
Nach zwei entspannten Nächten wird es uns dann jedoch insgesamt zu herbstlich. Das bunte Laub fällt von den Bäumen, und in den umliegenden Bergen hält sich hartnäckig der Nebel. Also machen wir uns ohne konkreten Plan auf den Weg Richtung Küste. Die Landstraße bringt uns zwar nur langsam voran, doch dafür werden wir mit tollen Ausblicken von den Serpentinen und Einblicken in kleine Dörfer mit lebhaftem Markttreiben belohnt.
Ein super Platz zwischen Rom und Neapel
Als wir uns weiter Richtung Küste durchschlagen und die stark landwirtschaftlich geprägte Region sehen, fühlen wir uns im ersten Moment an das „Plastikmeer“ in Spanien erinnert. Doch hier ist es bei Weitem nicht so extrem. Die Freistehplätze scheinen laut Bewertungen nicht besonders sicher zu sein, daher versuchen wir, einen Campingplatz zu finden – allerdings haben bereits fast alle geschlossen. Ein letzter Platz macht uns noch etwas Hoffnung. Bevor wir dort ankommen, fällt uns jedoch etwas ins Auge, das im Graben schwimmt: Eine Nutria-Familie hat es sich hier gemütlich gemacht und zeigt keinerlei Scheu. Ihre Nahrung finden sie offenbar problemlos in den vielen umliegenden Gewächshäusern.
Auf dem Stellplatz Camper Sperlonga können wir schließlich noch zwei Nächte bleiben (30 Euro pro Nacht), bevor auch dieser seine Saison beendet. Ein wirklich schöner Platz, geführt von einem sehr freundlichen Betreiber, der sich viel Mühe gibt. Es gibt eine kleine Bar, und Obst sowie Gemüse kann man direkt bei ihm kaufen, da er nebenbei seine eigene Landwirtschaft betreibt.
Ein Stellplatz fast für uns allein – und das nur wenige Schritte vom Strand entfernt. Perfekt. Und der Strand selbst ist traumhaft schön und weitläufig. Mittlerweile haben wir 25 Grad und strahlenden Sonnenschein, das Meer ist etwa 20 Grad warm. Der erste Moment beim Hineingehen kostet zwar immer etwas Überwindung, aber danach ist es einfach herrlich, hier zu baden.
Sperlonga - weiße Altstadt und eine römische Villa mit Felsengrotte
An diesem schönen Platz kehren unsere Kräfte schnell zurück, und wir bekommen wieder Lust aufs Entdecken. Sperlonga ist nicht weit entfernt – ein idyllischer Ort mit weißen Häusern, die sich an einen hohen Felsen schmiegen. Enge Gassen winden sich durch den Ort, und überall eröffnen sich wunderschöne Ausblicke auf die Strände zu beiden Seiten sowie auf das bergige Hinterland.
Ein Stück weiter lässt sich außerdem Geschichte hautnah erleben: Kaiser Tiberius besaß hier eine römische Villa mit einer großen Felsengrotte, die als Speise- und Festsaal genutzt wurde. Schon damals war dies quasi ein luxuriöses Urlaubsresort. Im dazugehörigen Museum kann man die Grotte und viele weitere beeindruckende Fundstücke bestaunen.







