Chaos & Katastrophe am Golf von Neapel
02.11.2025
Nach unserem schönen Aufenthalt in Sperlonga haben wir wieder Energie für das nächste Stadtabenteuer. Neapel gilt als chaotische, aber vor allem als herzliche Stadt – und genau das wollen wir erleben. Trotz des wild wirkenden Straßenverkehrs erreichen wir problemlos unseren ersten anvisierten Stellplatz. Leider ist er bereits komplett belegt. Beim nächstgelegenen Stellplatz haben wir mehr Glück und ergattern noch eine freie Lücke. Für 36 Euro pro Nacht bekommen wir hier einen sicheren Platz, der rundum alles bietet. Sogar ein Shuttle-Service wird organisiert, sodass wir keine Apps installieren oder neue Accounts anlegen müssen. Die moderne Handywelt – oft hilfreich, manchmal aber auch einfach nur nervig.
Schon die Fahrt durch Neapel ist ein Erlebnis und die 15 Euro für das Shuttle allemal wert. Die Stadt selbst begeistert uns sofort. Das Lebensgefühl Neapels lässt sich kaum beschreiben – man muss es einfach erlebt haben. Bunt, laut und chaotisch, aber gleichzeitig herzlich, sympathisch und liebenswert. Wir schlendern durch enge Gassen voller Streetfood, fassen Pulcinella an die Nase (soll Glück bringen), bestaunen die Krippenstraße, das Puppenkrankenhaus, prunkvolle Kirchen und genießen eine Pizza bei „Da Michele“, der ältesten Pizzeria Neapels. Besonders beeindruckt uns die Gelassenheit der Menschen inmitten dieses lebhaften Trubels.
Im Verkehr von Neapel
Am zweiten Tag regnet es zunächst lange, sodass wir erst spät aufbrechen können. Diesmal fahren wir mit unseren E-Scootern und kommen damit erstaunlich gut durch den Verkehr. Der Straßenverkehr wirkt zwar laut und wild, doch im Grunde sind alle rücksichtsvoll – und durch die vielen Staus fährt ohnehin niemand besonders schnell. Mit den Scootern erreichen wir ganz andere Ecken der Stadt und entdecken einen Wochenmarkt sowie einige der typischen, engen Gassen Neapels. Außerdem ist es an diesem Montag deutlich ruhiger als am Vortag.
Neapel ist auf jeden Fall einen Besuch wert – diese Stadt ist einfach einzigartig.
Ein Geburtstag im Bordell von Pompei
Von Neapel aus geht es vorbei am Vesuv – der noch immer aktiv ist und die ganze Region potenziell bedroht – weiter nach Pompei. Diese Stadt ist wie ein eingefrorenes Stück Geschichte. Unser Stellplatz liegt in erstklassiger Lage direkt am Eingang, und für 31 Euro pro Nacht bietet das Pompei Parking Zeus wirklich den kompletten Service.
Der Eintritt in die archäologische Anlage würde normalerweise 22 Euro kosten, heute ist er jedoch kostenlos – offenbar aufgrund eines Feiertags, über den wir außer dem englischen Hinweis „Celebration of the Army“ nichts herausfinden konnten. Das kommt uns natürlich sehr gelegen. Man könnte meinen, dass es an einem solchen Tag besonders voll ist, doch die Besucherzahlen wirken normal, und das riesige Gelände verteilt die Menschenmengen gut.
Pompei muss man einmal erlebt haben. Hier taucht man ein in persönliche Schicksale aus dem Jahr 79 nach Christus und erlebt zugleich die Schönheit der römischen Stadt sowie die Folgen der Katastrophe. Faszinierend sind die Tavernen, Thermen, Theater und prunkvollen Häuser. Selbst das Bordell ist zu sehen – und tja, wer besucht schon an seinem fünfzigsten Geburtstag gemeinsam mit seiner Frau ein Bordell?
Abgeschlossen haben wir diesen tollen Tag im Restaurant Caupona, das ganz in der Nähe liegt und den Geist Pompeis auf besondere Weise wieder aufleben lässt. Ein großartiges Ambiente, ein Menü nach antiken Rezepten – und als wäre das nicht genug, sind auch unsere Tischnachbarn aus Südkorea super lustig. Er entpuppt sich sogar als berühmter Schauspieler.


