Am spanischen Mittelmeer mit dem Kastenwagen
Den Sommer verlängern in Spanien
04.11.2022
Nach zuletzt 12 Grad und Regen in Carcassonne war es Zeit, nach Spanien weiterzureisen. Kurz nach der spanisch-französischen Grenze kommen wir in Empuriabrava an, einer kleinen Lagunenstadt an der Mittelmeerküste. Wie im kleinen Venedig durchziehen viele Kanäle den Ort, und unzählige Boote liegen vor den Ferienwohnungen.
Die Sonne scheint wieder, und mit 19 Grad sind wir mit dem Wetter glücklich. Es ist allerdings recht stürmisch.
Llagostera – ein einfacher, ruhiger Platz
05.11.2022
Am Morgen besuchen wir noch den Markt an der Promenade, auf dem alles Mögliche außer Lebensmitteln angeboten wird. Dann versuchen wir, einen windstillen Platz zu finden. So eine Nacht im Wind ist im Wohnmobil doch immer unruhig und nicht erholsam. Also steuern wir einen kostenlosen Stellplatz hinter Girona im kleinen Ort Llagostera an. Hier gibt es nichts Besonderes zu entdecken, aber manchmal ist ein ruhiger Tag ohne Erlebnisse auch willkommen.
Lloret de Mar – pures Urlaubsfeeling
06.11.2022
In diesem Ort waren wir zuletzt vor fünf Jahren als Zwischenstation auf dem Weg nach Fuerteventura. Hier hat es uns damals sehr gut gefallen, und an den Nachbarort Blanes hat Diane noch viele Erinnerungen an ihre ersten Urlaubsreisen nach Spanien. In Lloret de Mar fahren wir einen Campingplatz mit komplettem Service für 20 Euro pro Nacht an. In die weitläufige Fußgängerzone und zum Strand ist es nicht weit. Am Ende der schönen Badebucht genießen wir eine weiße Sangria (mit Cava) – der Blick auf das lebhafte Treiben sorgt für pures Urlaubsfeeling.
Tossa de Mar – an der wilden Küste
07.11.2022
Mit unseren Fahrrädern fahren wir zum nächsten Küstenort. Es sind etwa 11 Kilometer, und der Weg führt größtenteils über die Bundesstraße. Zum Glück sind die Spanier sehr rücksichtsvoll, sodass es trotzdem ein Genuss ist – immer wieder bieten sich schöne Ausblicke auf die Costa Brava, die wilde und raue Küste mit ihrem klaren Wasser.
Tossa de Mar ist bekannt für seine wunderschöne Kombination aus kulturellem Erbe und Strandurlaub. Besonders hervorzuheben ist die Altstadt „Vila Vella“ mit einer vollständig erhaltenen mittelalterlichen Stadtmauer und Türmen direkt über dem Meer. Dazu glasklares Wasser und eine malerische Bucht. Von der Burg aus genießen wir den Blick auf die Küste und erfrischen uns mit einem kalten Cerveza.
Blanes – ein Ort voller Erinnerungen
08.11.2022
Auch nach Blanes fahren wir mit dem Fahrrad. Nach ein paar Irrwegen geht es auf einer schönen Strecke mit einigen Steigungen neun Kilometer am botanischen Garten vorbei in den Ort, mit dem Diane so viele Erinnerungen verbindet. Playa de Blanes und S’Abanell sind breite Sandstrände mit einer weitläufigen Promenade. Dazu der Sa Palomera, ein markanter Felsen im Meer, der offiziell den Anfang der Costa Brava markiert.
Im Hafen genießen wir ein typisches spanisches Menü mit drei Gängen. Für 13 Euro – deutlich günstiger als zuletzt in Frankreich.
L’Aldea – ein anstrengender Tag
09.11.2022
Auch solche Tage gibt es: Es läuft nicht wie geplant. Unsere erste Idee war, einen Platz in Tarragona anzufahren und diesen Ort zu entdecken. Doch so richtig wohl fühlen wir uns auf keinem der Plätze – entweder sind sie zu laut oder es gibt Berichte von Einbrüchen.
In Salou glauben wir schließlich, einen guten Platz gefunden zu haben – ein Parkplatz direkt an einer schönen Badebucht. Doch auch hier aktuelle Berichte von Einbrüchen. Offenbar ist derzeit eine Diebesbande unterwegs, die selbst auf Campingplätzen Wohnmobile aufbricht.
So haben wir kein gutes Gefühl und landen schließlich in L’Aldea auf einem kostenlosen Stellplatz der Gemeinde. Zum Abschluss des Tages zaubert Diane eine Paella.
Peníscola – es kracht gewaltig
10.11.2022
Peníscola ist ein beliebter Ort für Camper, um den Winter zu verbringen. Eine weitläufige Promenade verbindet Benicarló mit der markanten Burg in Peníscola. Inzwischen gibt es immer mehr Camping- und Stellplätze für die wachsende Zahl an Campern.
Unser Stellplatz kostet nur 8 Euro pro Tag und liegt günstig zwischen Benicarló und Peníscola.
Zunächst machen wir uns auf den Weg zur Burg, die auf einem 64 Meter hohen Felsen thront, umgeben von kleinen Gassen mit schönen Geschäften. Muschelgeschmückte Fassaden, Restaurants und Cafés mit Meerblick – hier herrscht entspannte Urlaubsstimmung.
Später fahren wir die acht Kilometer Promenade entlang nach Benicarló und landen im typisch deutschen Restaurant El Otro. Normalerweise suchen wir ja regionale Lokale, aber auch hier schmeckt es uns sehr gut – gute Portionen und freundlicher Service.
Am zweiten Tag erleben wir ein starkes Gewitter – ein spektakuläres Naturschauspiel, das uns aber auch Sorgen um unsere „Ella“ bereitet.
Valencia – es gibt viel zu entdecken
12.11.2022
Der Stellplatz Nomadiq Camping liegt für uns günstig, um die Stadt Valencia zu entdecken. Valencia kann von hier aus gut mit dem Fahrrad, aber auch mit der Bahn erreicht werden. Der Platz kostet uns 19,50 Euro mit Strom und bietet einen umfassenden Service.
Mit dem Fahrrad sind es 11 Kilometer bis in die Innenstadt von Valencia auf einem sehr schönen Fahrradweg, und auch in der Stadt kann man sich sicher mit dem Fahrrad bewegen. Die Liste der Sehenswürdigkeiten in Valencia ist lang, und wir genießen als Erstes eine Horchata in einer der ältesten Horchaterias der Stadt, in der Nähe der Kathedrale, in der der Heilige Gral aufbewahrt wird. Eine Horchata ist ein süßes Getränk aus Erdmandeln, dazu nimmt man gerne Fartons – ein ebenfalls süßes Gebäck.
Die spanische Lebensfreude erleben wir dann bei Folkloretänzen inmitten der historischen Gebäude – ein großartiges Erlebnis.
Mit den Fahrrädern geht es weiter durch den Stadtpark, der sich im ausgetrockneten Flussbett des Turia befindet. Er ist 8 Kilometer lang und eine grüne Oase in der Stadt, in der auch Sportstätten eingerichtet sind.
Am Ende geht der Stadtpark über in die Stadt der Wissenschaften und Künste – eine unglaubliche architektonische Meisterleistung, die seit 1998 das Stadtbild von Valencia prägt.
Ein kleines Stück weiter kommen wir vorbei am Hafen und zum Stadtstrand von Valencia. Dieser breite und weitläufige Strand ist gut besucht, und auch die Restaurants sind gut gefüllt. In einem Restaurant am Strand ergattern wir mit etwas Wartezeit einen Platz und genießen zunächst ein „Agua de Valencia“, ein hier typischer Cocktail mit frisch gepressten Orangen der Region, Wodka, Gin und Cava. Damit nicht genug: Wir gönnen uns einen gegrillten Tintenfisch mit Patatas Bravas – es könnte nicht schöner sein.
Am nächsten Tag machen wir uns erneut auf den Weg nach Valencia, denn die Markthalle, die gestern geschlossen war, wollen wir uns auf keinen Fall entgehen lassen. 274 Verkaufsstände in einem großartigen Ambiente bieten alle vorstellbaren Köstlichkeiten. In guter Erinnerung an Frankreich testen wir hier einen Seeigel und schlemmen Austern.
Anschließend besuchen wir das L’Oceanogràfic, das in die Stadt der Künste und Wissenschaften integriert ist. Das größte Ozeanarium Spaniens ist aus unserer Sicht einen Besuch wert. Für 34 Euro Eintritt pro Person gibt es hier viel zu entdecken – mit Tunneln aus Glas ist man mitten unter Haien.








El Saler – Erholung in der Dünenlandschaft
15.11.2022
Wir fahren ein kleines Stück hinter Valencia zu einem in der Nebensaison kostenlosen Parkplatz. Viele Parkplätze sind hier in die Dünenlandschaft eingebettet, in direkter Nähe zum Strand. Weite Wege führen durch die Dünen, und auch der Strand lädt zum Spazieren ein. Nach dem städtischen Trubel ist das eine schöne Abwechslung zum Entspannen in der Natur.
Algemesí – traurige Nachrichten
18.11.2022
Die Bodega 2020 wurde in der Coronazeit eröffnet, und damals gehörten wir zu den ersten Besuchern. Ori hat hier seinen eigenen Wein produziert, und bis zu fünf Wohnmobile konnten hier einen Stellplatz finden und die Tapas von Ori genießen. Die Bodega 2020 liegt inmitten von Orangenplantagen, durch die ein paar Feldwege zum Wandern führen. Wir konnten eine schöne Tapasrunde mit anderen Campern genießen. Allerdings hat uns Ori auch vertraulich informiert, dass er unheilbar an Krebs erkrankt ist – woran er inzwischen auch verstorben ist. Viel zu jung.
Almenara – die Rückreise beginnt
19.11.2022
So langsam bewegen wir uns wieder in Richtung Heimat, möchten aber noch ein paar schöne Stationen erleben – denn der Weg ist das Ziel. In Almenara finden wir einen guten, kostenlosen kommunalen Stellplatz direkt am Meer. Neben der schönen Aussicht, die wir genießen, machen wir noch eine Fahrradtour in Richtung Sagunt. Der Weg geht entlang der Küste, und die vielen Ferienwohnungen, die am Weg liegen, sind alle verlassen und verschlossen. Dadurch ist es umso idyllischer an den weiten Stränden mit Palmen.
Onda – eine Burg der Tempelritter
20.11.2022
Auch das spanische Hinterland hat einiges zu bieten, wird aber von vielen kaum beachtet. In Onda nutzen wir den kostenlosen Stellplatz der Gemeinde und können ebenfalls kostenlos die Burg aus dem 10. Jahrhundert besichtigen und die weite Aussicht genießen.
Fuente de los Baños – ein Traum
21.11.2022
Diesen Ort haben wir im Jahr 2020 entdeckt und kommen nun voller Freude zurück. Eine heiße Quelle sorgt für eine beständige Temperatur von etwa 25 Grad, und der Wasserlauf ist malerisch eingerahmt von hohen Felsen. Schöner und idyllischer kann ein Badeplatz kaum sein.
Für die Übernachtung nutzen wir einen Parkplatz ein paar Kilometer weiter. Der Stellplatz hat eine schöne Aussicht auf den türkisblauen Staudamm, und der Platz ist so verlassen, dass man auch seine absolute Ruhe hat.
Castelló de la Plana
22.11.2022
Wieder können wir einen kostenlosen Stellplatz der Gemeinde nutzen. Dieser ist direkt am Strand gelegen, der zu einem ausgedehnten Spaziergang einlädt. Beim Mercadona bekommen wir frischen Lachs, den wir dann am Abend genießen. Am zweiten Tag fahren wir mit den Fahrrädern in die Stadt, die etwa 170.000 Einwohner hat und daher auch eine große Markthalle und viele Einkaufsstraßen bietet.
Benicarló – ein Platz am Meer
24.11.2022
Diesen Platz in Benicarló haben wir auf der Fahrradtour von Peñíscola aus entdeckt, und nun genießen wir den schönen Platz am Meer, der direkt am Hafen liegt.
Subirats – Cava direkt vom Winzer
25.11.2022
Kurz vor Barcelona sind die Cava-Weingüter angesiedelt. Der Cava wird ähnlich wie Champagner hergestellt und schmeckt entsprechend ähnlich. Wir können kostenlos auf einem Weingut übernachten, gönnen uns ein wenig von dem guten Tropfen und machen einen Spaziergang durch die Weinberge.
Girona – wir sind überrascht
26.11.2022
In Girona nutzen wir den großen, kostenlosen Stellplatz der Stadt. Das hat für uns sehr gut funktioniert, inzwischen haben wir allerdings mehrfach gehört, dass es hier zu Einbrüchen kommt, daher würden wir diesen Platz nicht unbedingt wieder anfahren. Wir kommen dem Norden näher, wodurch sich auch das Wetter ändert – es sind nur noch 10 Grad.
Girona ist unbedingt einen Besuch wert und dient nicht ohne Grund häufig als Filmkulisse. Die Stadt hat einen richtig schönen mittelalterlichen Charme. Wir erleben schöne Gassen, hübsche Innenhöfe, die markante Eiffelbrücke und einen Weihnachtsmarkt.
Figueres – und der wunderbare Dalí
27.11.2022
In der Nähe von Figueres nutzen wir einen einfachen Parkplatz etwas außerhalb und fahren mit den Fahrrädern in die Stadt – direkt zum Dalí-Museum.
Salvador Dalí wurde in Figueres geboren und hat hier sein eigenes Museum mitgestaltet. Inzwischen liegt er einbalsamiert in der Krypta. Das Museum ist so einmalig gestaltet wie die gesamte Kunst von Dalí und hat uns nachhaltig begeistert.
Fortsetzung folgt in Frankreich

